Ist ein Roofing Filter für den Funkbetrieb mit dem Elecraft KX3 erforderlich?

Naja, es ist wie so oft im Leben: Es kommt darauf an!

KXFL3

Nun mal von vorne, was macht so ein Roofing Filter eigentlich?

Das Szenario in einem analogen Transceiver ist folgendes:

Die HF fällt aus dem Himmel in den Antenneneingang des Gerätes und wird dort durch den Bandpassfilter auf das jeweilige Band beschränkt. Dadurch wird schon mal alles was außerhalb des eingestellten Bandes ist sehr stark gedämpft. Durch einen Local Oszillator wird das Signal dann auf die Zwischenfrequenz herunter- oder heraufgemischt (ja nach Transceiverkonzept). Anschließend folgt der ZF-Filter, der das Signal auf die zu hörbare Bandbreite reduziert. In der Regel sind das im SSB Bereich 2,8 kHz und im CW Bereich 500 Hz. Nach weiterer Mischung mit einem Oszillatorsignal kommt man auf die Audiofrequenz, die dann aus dem Lautsprecher zu hören ist. Zu beachten ist, dass in dieser Konfiguration das Filter die letztendlich hörbare Bandbreite bestimmt.

Im KX3 ist es etwas anders. Der KX3 ist ein DSP Gerät, welches die HF durch einen Bandpassfilter an eine Mischstufe weitergibt, die gleich auf die DSP Frequenz heruntermischt. Und genau an dieser Stelle greift der Dual Bandpassfilter. Er reduziert die Menge der HF Signale auf 1,5 kHz oder 500 Hz. Der Roofing Filter ist auch kein klassischer Filter, wie aus der Analogtechnik bekannt, sondern ist ein aktiver Filter, der aus verschiedenen Verstärkerstufen besteht. Im KX3 reduziert er die anstehende Energie, die in der DSP Unit weiter verarbeitet wird. Die Bandbreite wird letztendlich auch in der DSP Unit eingestellt.

Für normalen Funkbetrieb ist allein die DSP des KX3 absolut ausreichend. Wer also hauptsächlich CW und SSB auf relativ ruhigen Bändern betreibt, kann auf ein Roofing Filter im KX3 verzichten. Die DSP kommt mit solchen Situationen sehr gut klar.

Ich empfehle den Roofing Filter für Funkamateure, die CW und SSB in stark frequentierten Bändern betreiben, wie es z. B. im Contestbetrieb der Fall ist. Aber nicht nur dort, sondern auch im manchmal überfüllten 80 oder 40 Meter Band ist so ein Filter sehr hilfreich. Ein absolutes Muss ist der Filter für Funkamateure, die Digitalbetriebsarten betreiben.

 

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