Grundig Satellit 3400 und der BFO / SSB Knopf

Das Problem

Immer wieder sieht man bei angebotenen Grundig Satellit 3400 Geräten, dass der BFO / SSB Knopf abgebrochen ist. Dieserist dazu da, die Frequenz bei SSB Signalen ein wenig zu verstimmen, um das Signal besser auf die Frequenz zu ziehen. Käufer, die kein SSB hören, werden diese Funktionalität am Gerät gar nicht vermissen.

Viele Käufer gehen beim Kauf davon aus, dass nur der Knopf fehlt, aber das Problem liegt tiefer.

Meistens fehlt nicht nur der Knopf, meistens ist die Achse der „BFO Mechanik“ abgebrochen und das ist dann schon etwas aufwändiger zu reparieren.

Es handelt sich bei dieser Mechanik um einen Kern, der durch ein Zahnrad und einen Schieber in einer Spule hin- und herbewegt wird. Je nachdem wie weit der Kern in der Spule steht, hat diese eine höhere oder geringere Induktivität und verstimmt dadurch ein wenig die Empfangsfrequenz.

Instandsetzung

Zum Instandsetzen muss das Gerät aufgeschraubt und komplett aus dem Gehäuse genommen werden. Dazu erstmal alle Knöpfe außen entfernen und alle Kippschalter auf Mittelstellung bringen (wichtig, damit sie beim Zusammenbau nicht abbrechen).

9 Geräteschrauben lösen und die Rückwand abnehmen. Danach die Antenne ausbauen, den Tragegriff abschrauben und den Knopf am Trommeltuner abschrauben. Anschließend 4 Innenschrauben lösen und das Innenleben vorsichtig zu sich – raus aus dem Gehäuse – ziehen. Aber bitte immer aufpassen, dass die Knöpfe nicht abbrechen.
Jetzt noch das Lautsprecherkabel abziehen, welches mit einem kleinen Stecker mit dem Radio verbunden ist.
Nun kann das Radio flach mit der Rückseite auf die Arbeitsplatte gelegt werden.

Der BFO Knopf befindet sich auf einer kleinen Platine, die einfach an drei Haltenasen rausgeklickt werden kann. Aber bitte aufpassen, dass keine Kabel dabei abbrechen oder rausreissen oder gar eine von den Haltenasen bricht.

Jetzt muss der silberne Halter entfernt werden. Dazu muss man von dem Teil auf der Rückseite das Lötzinn entfernen und die Blechnasen gerade biegen, dann kann man den Halter rausnehmen.

Jetzt liegt das BFO Gehäuse frei und kann vorsichtig von der Platine genommen werden.

Dazu die 4 Haltepunkte des Kunststoffgehäuses paarweise leicht zusammendrücken und vorsichtig von der Platine ziehen.

Dann die Spule aus dem Gehäuse klicken und den Kern aus der Spule ziehen. Auch hier ist Vorsicht geboten, weil die Spule nur mit 2 feinen Spulendrähten auf der Platine befestigt ist.

Und jetzt alles Rückwärts.

Als erstes den Kern des neuen Gehäuses auf die Spule schieben und die kleine Spule in das Gehäuse einrasten lassen.

Jetzt das Gehäuse mit den 4 Füßen in die Platine klicken.

Als nächstes wird der silberne Halter wieder auf die Platine gesteckt, die Haltebleche zum festhalten verbogen und verlötet. Die Platine kann jetzt auch wieder an ihren Platz in das Radio „geklickt“ werden. Sie muss dazu etwas angewinkelt angesetzt werden und wird dann einfach in die 3 Haltenasen gedrückt und mit einem „Klick“ sitzt sie wieder.

Und jetzt alles wieder – wie oben beschrieben, nur eben Rückwärts – zusammenbauen.

Fazit

Ich kann mich jetzt noch mehr über mein Radio freuen und sogar damit Funkamateure hören.

Alles funktioniert jetzt wie es soll und das Radio ist in einem UFB Zustand.


Es macht riesen Spaß, sich abends an das Gerät zu setzen und einfach mal über die Wellen zu drehen. Mit seinen warm beleuchteten Frequenzskalen bringt das Gerät eine tolle Stimmung ins „Radiohören“. Das kann ich stundenlang und jetzt sogar mit der Möglichkeit den QSOs der Funkamateure auf den Bändern zu lauschen.

Ich weiss, das kann ich mit anderen Geräten viel besser. Aber es ist eben was besonderes, dem Treiben auf den Bändern mit diesem Radio und nur der kleinen Teleskopantenne zu folgen.

Ersatzteile

Es ist nicht einfach, für diese alten Geräte noch Ersatzteile zu bekommen. So auch für den Grundig Satellit 3400.
Ich habe eine Bezugsquelle in der Bucht gefunden. Einfach mal nach dem Verkäufer „grundig-parts“ suchen.
Hinter „grundig-parts“ verbirgt sich der Dominik, der mir per eMail auch noch viele Tips zur Reparatur des 3400ers gegeben hat.

Vielen Dank nochmal an Dominik auch an dieser Stelle.

Die Uhr im Grundig Satellit 3400

Mein Grundig Satellit 3400 wird immer besser.

Ursprünglich gab es einige Kontaktprobleme mit den Schaltern am Gerät. Nach ein wenig „Schalttraining“ mit den Schaltern hat sich das wesentlich verbessert.

Einige Schalter und Kontakte werde ich die Tage noch mit Kontaktspray fluten. Empfohlen wurde mir von kompetenter Stelle kein WD40 oder Kontakt 61 ein zu setzen, sondern Tuner 600.

Das Produkt ist bereits bestellt und sollte nächste Woche hier sein und dann werde ich den Grundig öffnen und mir alle Kontakte sehr genau ansehen.

Die Uhr

Wie auf dem Foto zu sehen ist, funktionierte die Uhr im Gerät nicht.

Gestern habe ich die Uhr aus dem Gerät genommen und mir etwas genauer angesehen. Die Uhr lässt sich übrigens ganz einfach mit einem kleinen Schraubendreher aus dem Gehäuse hebeln. Sie ist ein kleines eigenständiges Gerät und ist elektronisch nicht mit dem 3400er verbunden.

Das Einzige, was vom Grundig für die Uhr verwendet wird, ist die Beleuchtung.

In der Uhr befinden sich zwei kleine Knopfzellen für die Stromversorgung. Diese waren natürlich ausgelaufen und so musste das Batteriefach erst mal gereinigt werden und neue Batterien vom Typ LR44 eingesetzt werden.

Als Fotograf hat man sowas natürlich im Vorrat 🙂

Leider hat das aber nicht gereicht. Die Uhr zeigte zwar auf dem Display etwas an, aber das war nur wirres Zeug.

Also habe ich die Uhr komplett auseinandergenommen und alle Kontakte mit Isopropanol gereinigt und anschließend noch mit WD40 und einem Wattestäbchen behandelt. Die kleine Hauptplatine der Uhr ist nämlich nicht mit dem Display verlötet, sondern die Platine wird quasi auf die Kontakte des Displays – mit Hilfe von drei Schrauben – gedrückt. Diese Kontakte waren wohl auch das Problem.

Nach dem Zusammenbau zeigte die Uhr tatsächlich Ziffern an und nach der Programmierung funktionierte sie auch wieder.

Manchmal kann es ganz einfach sein etwas zu reparieren, aber hier war natürlich auch Glück im Spiel. Die Uhr funktioniert jetzt jedenfalls wie sie soll und ich kann das Radio noch besser genießen.

Der Grundig Satellit 3400 Professional

Ein Klotz von einem Radio

9 Kg schwer, 52 cm breit, 32 cm hoch und 14 cm tief. So thront die Radiodiva jetzt bei mir im Shack.

Gebaut wurde das Gerät von Grundig in den Jahren von 1978 bis 1983. Für knapp 1.400 ,- DM konnte man das Gerät zu der Zeit vom Radiohändler seines Vertrauens erstehen.

Das war verdammt viel Kohle und für mich, damals noch in der Ausbildung, schier unerreichbar.

Etwas neidisch schaute ich deshalb damals zu denen, die so ein Gerät zu hause hatten und unendlich damit spielen konnten.

Ein kleiner Jugendtraum wird wahr

Nachdem ich nun schon einige Zeit nach solch einem Gerät Ausschau gehalten habe, hat es nun endlich geklappt.

Ich habe eins!

Klar, jeden Tag kann man auf eBay solche Geräte ersteigern, allerdings meist nur zu unverschämten Preisen. Und dann weiß man meistens nicht einmal, in welchem Zustand sich das Radio befindet. Allein mit ein paar Fotos lässt sich der technische Zustand nicht beschreiben.

Gerät mit kleinen Fehlern

Zugegebenermaßen habe ich mein Gerät auch von einer Onlineplattform, jedoch zu einem sehr günstigen Preis. Es hat leider auch 2 offensichtliche Beschädigungen.

Zum einen ist die Rückwand mal durch eine Heizung, an der das Gerät wohl zu nah platziert war, etwas angeschmort worden. Ist weiter nicht schlimm, weil es

  1. keinen Einfluss auf den technischen Zustand des Gerätes hat und
  2. weil man es von Vorne gar nicht sehen kann

Das zweite Handycap ist da schon etwas schlimmer: Der unten rechts am Radio befindliche Regler für den BFO ist abgebrochen. Und zwar nicht nur der Knopf, sondern die ganze Achse des Potis. Mit einem einfachen neuen Knopf ist das also nicht repariert. Ganz im Gegenteil, das Radio muss für eine Reparatur komplett zerlegt werden, anders kommt man da nicht ran.

Jetzt könnte man ja sagen, dass man mit dem Gerät auch ohne diesen Regler leben könnte. Er ist ja nur für die Feinabstimmung auf CW und SSB Signale wichtig, also z.B. um Amateurfunkaussendungen in diesen Betriebsarten zu hören. Hören kann man die auch so, es ist aber etwas fiselig, die Stationen vernünftig mit Haupt VFO. einzustimmen.

Mal sehen, ob ich den BFO Regler repariert bekomme.

To be continued….

WSPRlite die WSPR Bake

seit Jahren experimentiere ich immer wieder in der Betriebsart WSPR. Vieles dazu habe ich hier auf diesem Blog gepostet. In letzter Zeit kommen immer mehr interessante Geräte auf den Markt, die man auch ohne Transceiver benutzen kann.

Der Vorteil dabei ist, dass der normale Transceiver im Shack für andere Funkaktivitäten zur Verfügung steht und nicht für WSPR belegt ist. Ein Computer wird auch nicht benötigt, außerdem – und das finde ich viel spannender – kann man so ein autark arbeitendes Gerät mal über einen längeren Zeitraum laufen lassen, ohne das dafür der ganze Gerätepark eingeschaltet sein muss. Dadurch ergeben sich gute Möglichkeiten für Vergleiche. Vergleichen kann man z.B. die Ausbreitungsbedingungen in unserer Ionosphäre, die ja von Tag zu Tag, von Woche zu Woche und in den bekannten 11 Jährigen Sonnenfleckenzyklen schwanken.

Angefixt war ich schon seit Wochen von dem Teil, aber es war gar nicht so einfach es zu bekommen, da immer gleich ausverkauft.

Vor ein paar Wochen habe ich es aber geschafft und habe mir ein WSPRlite von Sotabeams in England gekauft. Derzeit ist das Gerät auch in Stock und sofort bei Sotabeams lieferbar. Für derzeit knapp 70 Euro bekommt man dort ein komplett autark arbeitendes kleines Kästchen WSPR. Mehr braucht man nicht. Ach ja….eine Antenne braucht man natürlich noch.

Das Gerät ist grad mal 5,5 x 5 x 1,7 cm klein und macht max. 200 mW Ausgangsleistung. Und wer WSPR kennt, der weiß, dass das absolut ausreichend ist. Ein Empfänger ist übrigens nicht integriert.

Der Sender arbeitet auf den Bändern von 160 bis 20 Meter. Für das 30 und das 20 Meter Band sind bereits Ausgangstiefpassfilter installiert. Möchte man auf den anderen Bändern Betrieb machen, muss man Tiefpassfilter nach schalten. Dafür bietet Sotabeams ein Kit an.
Vielleicht hat der Ein oder Andere auch noch Tiefpassfilter vom Ultimate rumliegen. Die könnte man natürlich auch verwenden, oder man bastelt sich einfach selber die Filter zusammen. Hilfreich ist hierfür immer wieder das PDF File von G3RJV.

So gerüstet, kann der Sender mit den Aussendungen der WSPR Signale beginnen.

Der DXPlorer

Was bringt das aber nun alles, wenn ich Daten nur aussenden, aber nicht empfangen kann?

Wer WSPR Datenpakete aussendet, kann sich anschließend im Internet auf WSPRNET.ORG ansehen, wo sein Signal überall auf der Welt gehört wurde.

Dies macht sich der DXPlorer von Sotabeams zu nutze und wertet die Daten für dein Rufzeichen aus.

Wer einen WSPRLite kauft, bekommt kostenlos einen – zeitlich allerdings begrenzten – Zugriff auf diesen Service.

Hier kann man sich grafisch

 

 

 

sowie tabellarisch

einen Überblick über die Reichweiten seiner Aussendungen verschaffen. Und so auch ganz einfach, durch umschalten von verschiedenen Antennen, diese miteinander vergleichen.

Sogar Vergleiche mit den Aussendungen anderer Funkamateure sind möglich.

Dem Experimentieren sind keine Grenzen gesetzt.

Alles in allem ein sehr interessantes System für den experimentierenden Funkamateur und auf jeden Fall eine Kaufempfehlung wert.