Digitalfunk mit dem Tytera MD-380

Irgendwie hat mich das Thema Digitalfunk schon lange interessiert, leider habe ich bisher aber nie so richtig den Einstieg gefunden.

Außerdem waren die vielen Fachausdrücke aus dem Bereich auch eher abschreckend als fördernd. Begriffe wie beispielsweise DMR, D-Star, C4FM, Timeslot, Zones, Talkgroups, Reflektor, usw. usw.

Das sah alles danach aus, dass eine gute Einarbeitung in die Thematik erforderlich ist. Aber so ist es nun mal, wenn ich eine neue Betriebsart machen möchte, dann muss ich mich genau so einarbeiten wie z.B in die Verwendung einer neuen und komplexen App oder einer neuen Kamera. Ansonsten bleiben möglicherweise viele Nutzungsmöglichkeiten auf der Strecke.

Wie ich gelernt habe, gibt es derzeit 3 interessante Digitalverfahren im Amateurfunkbereich: DMR, C4FM und D-Star.

Meine Frage zu dem Thema auf Twitter letzte Woche zeigte, dass DMR ein gutes Zukunftspotential hat und für den Newcomer auch ganz günstige Einstiegsmöglichkeiten bietet. Etwas Recherche im Internet bestätigte diesen Eindruck.

Also suchte ich nach einem günstigen DMR Gerät.

Auf eBay wurde ich schnell fündig und bekam dort ein Gerät für unter 100 Euro. Es wurde ein Tytera MD-380, eins von diesen kleinen chinesischen Handfunkgeräten. Am Sonntag hatte ich das Gerät über eBay gekauft und am Dienstag war es schon in meinem Briefkasten.

 

Die DMR-ID

Zu allererst braucht man eine DMR-ID und die bekommt man auf Ham-DMR.de. Ohne diese Registrierung geht gar nix, denn die DMR-ID muss man im Funkgerät eintragen und nur damit ist eine Verbindung ins DMR Netz möglich. Und haltet einen Scan Eurer Lizenz bereit, die muss man zur Verifizierung nämlich hochladen. Ich hatte meine DMR-ID ca. 2 Stunden nach der Beantragung.

Software und Treiber

Dann brauchte ich Windows, um die Software für das Tytera zu installieren. Für den Mac gibt es scheinbar noch keine Lösung.

Also Flux die VMware gebootet und die Software und die Treiber installiert. Läuft einwandfrei in der VMWare. Das Gerät wurde sofort erkannt und nach der Treiberinstallation konnte ich es direkt ansprechen.

Die Software habe ich von der Seite von GB7DD. Da hat man alles zusammen und aktuell.

Der Codeplug

Für den Betrieb des MD-380 benötigt man einen Codeplug. Das ist einfach eine Datei, in der alle wichtigen Informationen für das Funkgerät gespeichert sind. Ich habe mir dafür einen Codeplug aus dem Internet geholt, den man natürlich an seine Gegebenheiten, insbesondere die erreichbaren Repeater, anpassen muss.

Meinen Codeplug habe ich aus dem Wiki von DG9VH übrigens eine der besten Seiten, wenn es um das Thema Digitalfunk geht.

Man lädt diesen Codeplug in die CPS Programming Software. Anschließend lassen sich alle Daten anpassen und ändern. Dann schiebt man die Daten in das Funkgerät und kann damit arbeiten. Wie aber schon gesagt, mit der Software muss man ein wenig auf Tuchfühlung gehen. Hat man das Prinzip verstanden, kann man ganz gut damit arbeiten.

Gestern Abend habe ich, als das Gerät Betriebsfertig war, ein wenig über DB0UG dem Digitalfunk gelauscht. Waren ein paar sehr interessante Gespräche. Mal sehen, wie das weitergeht…..

Wie viel Leistung darf der Funkamateur im 60 Meter Band machen?

Die Frage hört sich ganz banal an und ist auch eigentlich keinen Blogeintrag wert. Aber…..

Immer wieder höre ich in den QSOs im 60 Meter Band:

„Meine Arbeitsbedingungen: Ich mache 15 Watt Ausgangsleistung mit dem Transceiver und die Antenne ist ein einfacher Dipol“

Eigentlich ist hier doch alles richtig möge der QSO Partner denken, dem ist aber nicht wirklich so. Es kommt sogar noch schlimmer: der OM betreibt seine Funkanlage illegal, weil er die gesetzlich vorgeschriebene Maximalleistung von 15 Watt nicht einhält.

Aber mal von Anfang

Im Mitteilungsblatt 1699/ 2016 der Bundesnetzagentur steht unter Punkt 2:

Die maximale effektive Strahlungsleistung darf 15 Watt EIRP nicht überschreiten.

Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer.

15 Watt EIRP

Das bedeutet 15 Watt effektive Strahlungsleistung bezogen auf einen Isotopenstrahler.

Und da der OM gesagt hat, er mache 15 Watt in einen Dipol, hat er wohl nicht berücksichtigt, dass der Dipol 2,15 dB Gewinn gegenüber dem Isotropenstrahler macht.

2,15 dB ist das 1,64 fache der eingespeisten Leistung. Das heisst, er strahlt seine HF mit (15 Watt x 1,64) 24,6 Watt in den Äther. Und das ist so nicht erlaubt.

Hierbei waren die Leistungsverluste auf dem Weg der HF vom Transceiver zur Antenne allerdings unberücksichtigt. Etwas kann man dabei sicherlich wieder gut machen.

Bei Verwendung von 20 Meter RG213 Kabel beträgt die Dämpfung des Kabels bei 5 MHz ca. 0,5 dB.

Dieses Beispiel habe ich auf der Seite von DC4FS durchgerechnet und kam dabei auf eine EIRP von 20,95 Watt EIRP, was auch zu viel ist.

Berechnung der Stahlungsleistung

Anhand der Berechnungsmöglichkeiten auf Rüdigers Seite kann jeder einmal für sich ermitteln, wie viel Transcieverausgangsleistung er bei einer regelkonformen Nutzung des 60 Meter Bandes machen darf.

In meinem Fall sind das 11 Watt Ausgangsleistung am Sender.

 

Der Elecraft K3 und das 60 Meter Band

Einer Pressemitteilung vom 19.12.2016 zufolge, darf der Amateurfunkdienst nun im 60 Meter Band Betrieb machen.

In Kurzform heisst das:

Wir sind jetzt ein im 60 Meter Band geduldeter Funkdienst und dürfen im Rahmen der Vorgaben von 15 Watt EIRP, einer Bandbreite von maximal 2,7 kHz, innerhalb der Bandgrenzen zwischen 5351,5 und 5366,5 kHz Betrieb machen.

Den genauen Wortlaut findet ihr hier: 

Der Link zur Bundesnetzagentur

Und hier der aktuelle Bandplan der IARU Region 1

Bandplan der IARU Region 1 incl. 60 Meter Band

Wer jetzt mit seinem Elecraft K3 Betrieb auf dem 60 Meter Band machen möchte, wird möglicherweise beim durchschalten der Bänder das 60 Meter Band nicht finden.

Klar, bei einer Direkteingabe der Frequenz klappt das selbstverständlich.

Der K3 hat aber mit dem Bandwahlschalter die Option, die Bänder der Reihe nach durchzuschalten und hier kann es passieren, dass das 60 Meter Band nicht auftaucht.

Abhilfe schafft eine kleine Änderung im Config Menu.

Geht dafür in das Menu unter dem Eintrag BND MAP. Hier werden die Bänder für die Anzeige ein- oder eben ausgeschaltet.

Im Menüpunkt könnt ihr mit dem Bandwahlschalter die Bänder durchschalten. Für ein aktiviertes Band steht dort In und für ein ausgeblendetes Band Out. Mit dem Haupt VFO kann man die Einstellung nun wie gewünscht anpassen.

Sollte das 60 meter Band also nicht beim durchschalten der Bänder angezeigt werden, einfach den Eintrag für 5.0 auf In setzen.

Weitere Tips für den Elecraft K3 findet ihr hier auf dem Blog.

Spiderbeam: Er ist wieder unten

Leider ist es schon wieder soweit, der Bauer muss das Feld mähen und das bedeutet für meinen Spiderbean wieder mal: Abbau!

Erst wollte ich den Spider – so wie er war – vom Mast nehmen und einfach ein paar Meter weiter ablegen bis die Wiese gemäht ist und dann den Mast wieder aufbauen und den Spider wieder drauf setzen.

In Anbetracht der nächsten Wochen (Sturm, Regen, Hagel usw.) habe ich mich aber entschieden, die Antenne jetzt „einzuwintern“ und dieses Jahr nicht wieder neu auf zu bauen.

Abbau

Der Abbau gestaltete sich, nicht zuletzt wegen dem neuen Mast, als sehr unproblematisch. Nach ca. 1,5 Stunden war alles abgebaut und ordentlich verstaut. Der Mast ließ sich sehr „smooth“ ineinander schieben. Das war ich ja – wie ich hier schon berichtete – gar nicht gewohnt.

Ergebnisse

Mit den Ergebnissen kann man echt zufrieden sein. Auch wenn ich 2 DXCCs die ich unbedingt arbeiten wollte nicht erreicht habe war es doch sehr Erfolgreich. Ein neues DXCC ist hinzugekommen und zwar T31, Central Kiribati. In meinem Log ist das DXCC No. 304.

Außerdem konnte ich in den letzten 11 Wochen – nicht zuletzt Dank des Spiderbeams – 52 DXCCs arbeiten. Darunter sehr weit entfernte wie z.B.

V4, V5, V8, VP8, VR, VU, YB, ZS, T31, S9, PY, PJ4, OD, KP2, KP4, KH2, JT, JA, HS, BY, 9M6, HR usw.

Spiderbeam

Fazit

War wieder ne tolle Sache mit dem Spiderbeam zu arbeiten und ich weiss wirklich nicht, ob ich es bis zum Frühjahr ohne den Beam aushalte. Vielleicht baue ich ihn demnächst ja doch wieder auf 🙂