Das NCDXF / IARU Bakenprojekt

Seit geraumer Zeit verfolge ich schon das IARU Bakenprojekt, welches durch Funkamateure errichtet und betrieben, einen schnellen und guten Überblick über die derzeitigen Ausbreitungsbedingungen auf der Kurzwelle gibt.

Die Baken senden auf folgenden Frequenzen:

  • 14.100 kHz
  • 18.110 kHz
  • 21.150 kHz
  • 24.930 kHz
  • 28.200 kHz

Sie senden immer nach dem gleichen Schema:

Zuerst sendet die Bake ihr Rufzeichen in einer Geschwindigkeit von 110 Zeichen pro Minute bzw. 22 WPM (Words per Minute). Jetzt folgen 4 jeweils eine Sekunde lange Striche. Der erste Strich wird mit 100 Watt gesendet, der zweite mit 10 Watt, der dritte mit 1 Watt und der 4. mit 100 mW. Oft kann man sich nur wundern, was mit 100 Milliwatt Sendeleistung noch alles geht.
Nun geht die Bake auf das nächsthöhere Band und an ihrer Stelle sendet die nächste Bake auf der ursprünglichen Frequenz. So wiederholt sich das Spielchen alle drei Minuten. Dass heisst, innerhalb von 3 Minuten kann man die Ausbreitungssituation der Kurzwelle auf der gesamten Erdkugel relativ gut beurteilen.

Folgende Baken gehören zum Projekt und senden alle 3 Minuten:

  • 4U1UN, Station der vereinten Nationen in New York
  • VE8AT, Kanada
  • W6WX, USA
  • KH6WO, Hawai
  • ZL6B, Neuseeland
  • VK6RBP, Australien
  • JA2IGY, Japan
  • RR9O, Russland
  • VR2B, Hongkong
  • 4S7B, Sri Lanka
  • ZS6DN, Südafrika
  • 5Z4B, Kenia
  • 4X6TU, Israel
  • OH2B, Finnland
  • CS3B, Madeira
  • LU4AA, Argentinien
  • OA4B, Peru
  • YV5B, Venezuela

Es geht auch ohne CW Kenntnisse! Hilfsprogramme dafür stehen reichlich zur Verfügung.

Mehr Informationen gibt es auf der Homepage der NCDXF.

Morsen, ist das noch zeitgemäß?

Ganz am Anfang der Funktechnik war die Telegrafie, also das Morsen, die einzig durchführbare drahtlose Verständigungsmöglichkeit. Hierbei werden die Texte nicht durch Sprache, sondern durch unterschiedlich lange Töne übertragen. Die unterschiedlichen Morsezeichen finden wir im Morsecode wieder. Es war übrigens auch die erste „digitale“ Datenübertragung überhaupt, denn wir haben nur zwei Zustände Ton an und Ton aus und das ist digital genauso wie wahr oder falsch Eins oder Null und so weiter. Manch einer bezeichnet deshalb die Telegrafie als Urknall des Internets. Zugegebenermaßen kommt bei der Telegrafie noch die Tonlänge mit ins Spiel.

Die Telegrafie wurde über viele Jahrzehnte intensiv genutzt, z.B. durch militärische Funkdienste, durch Seefunkdienste (Norddeich Radio) und nicht zuletzt auch durch den Amateurfunkdienst.

Durch technische Weiterentwicklungen ist es heute möglich von jedem Punkt der Welt über Satellit fast jeden anderen Punkt auf der Welt zu erreichen. Da benötigt man kein Norddeich Radio mehr um Verbindung zu einem Schiff im fernen Pazifik aufzubauen, das kann man heute wesentlich einfacher mit der Satellitentechnik erreichen. Sofern Verbindung zum Internet aufgebaut werden kann, ist das sowieso alles kein Problem mehr.

Heute gibt es noch einige wenige Funkdienste, die die Telegrafie weiterhin nutzen. Einer davon ist der Amateurfunkdienst.

Da stellt sich doch die Frage: Ist das nicht alles ein wenig antiquiert und angestaubt?

Das ist es tatsächlich!

Mittlerweile ist die Telegrafie nicht einmal mehr Bestandteil der Amateurfunkprüfung. Es ist also nicht mehr notwendig Telegrafiekenntnisse nachzuweisen, zumindest nicht hier in Deutschland.

Und trotzdem!

Trotzdem betreiben sehr viele Funkamateure noch diese Betriebstechnik. Das heißt, auf den Amateurfunkbändern wird noch sehr viel gemorst. Manchmal habe ich sogar den Eindruck, dass in den Telegrafiebereichen mehr los ist, als in den Sprechfunkbereichen.

Es muss also irgendetwas dran sein an dieser Telegrafie. Sie nicht totzukriegen. Aber was ist das?

Ganz einfach: Es macht riesen Spaß!!

Es ist technisch reizvoll, weil Funkgeräte für diese Betriebstechnik – auch von Anfängern – recht gut selbst gebaut werden können.

Man kann mit wenig Aufwand und wenig Sendeleistung sehr viel erreichen.

Es haben sich viele Clubs gegründet, die die Telegrafie fördern und betreiben z.B. die AGCW, der HSC, der DTC, der RTC um nur einige zu nennen.

Hört mal wieder rein in die CW-Bänder und frischt eure CW Kenntnisse wieder ein wenig auf. Ihr werdet sehen, es macht viel Spaß.

In unserem OV findet im Moment ein Morsekurs statt. Das Interesse daran war so groß, dass wir diesen Kurs auf die Beine gestellt haben. Die meisten Teilnehmer sind noch dabei und werden demnächst auf den Bändern in CW zu hören sein.

So, nun aber raus aus dem Netz und rauf auf die Bänder! Jeden Tag ein CW QSO!

Michael, DL2YMR

Der K3 mit 2 Meter

Mein K3 kann 2 Meter!

Diese Woche habe ich über die Funkbörse den Transverter -XV144 von Elecraft– ergattern können.

Der K3 mit 2 Meter

Der K3 mit 2 Meter

Der Transverter gibt dem K3 die Eigenschaft auch auf dem 2 Meter Band zu senden und zu empfangen. Der XV144 setzt Frequenzen aus dem 2 Meter Band in das 10 Meter Band um, welches der K3 arbeiten kann.

Der große Vorteil eines Transverters ist, dass alle Eigenschaften des Frontends – in diesem Falle des K3s – genutzt werden können.

Dadruch habe ich Eigenschaften zur Verfügung, die ich bei vielen „normalen“ 2 Meter Geräten so nicht hätte. Z.B. die guten Selektionseigenschaften des K3, den hohen Dynamikbereich, die Nutzung der DSP, die stufenlosen Filtermöglichkeiten, die Nutzung der digitalen Voice Unit, und und und…

Der XV144 wurde auch prompt nach dem Geldeingang auf dem Konto des Verkäufers von diesem auf den Postweg gebracht und traf schon einen Tag später bei mir ein. Eine vorbildliche Kaufabwicklung, wie man sie sich besser nicht wünschen kann.

Hier angekommen, wurde das Gerät erstmal begutachtet und natürlich sofort getestet.

Der Elecraft XV144

Der Elecraft XV144 geöffnet

Das Gerät befindet sich in einem tadellosen Zustand. Es ist gut aufgebaut und zeigt keinerlei Schrammen, Macken, Dellen oder ähnliches.

Nun ging es an das Anschließen und Testen am K3. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ich habe mich für die einfache Methode entschieden (ohne die Verbindung zum K3 mit einem Controllerkabel aufzubauen). Man benötigt lediglich zwei kurze BNC Verbindungskabel. Eins für den Sendezweig und eins für den Empfangszweig. Weiterhin benötigt man ein elecrafttypisches Stromkabel für die 12 Volt Spannungsversorgung und ein kurzes Chinchkabel für die „Durchreichung“ der PTT, sowie eine 2 Meter Band Antenne, die über eine N-Buchse angeschlossen wird. Und natürlich das Transverterinterface am K3, um dort die28 MHz ZF abgreifen bzw. einspeisen zu können.

Anschlüsse am XV144

Anschlüsse am XV144

Nachdem nun alles verkabelt war, ging es an die Softwareeinstellungen im K3 Menu. Folgende Einstellungen sind vorzunehmen:

  1. XV 1 ON auf Yes
  2. XV 1 RF auf 144
  3. XV 1 ZF auf 28
  4. XV 1 PWR L 1.50 (je nach erforderlicher Ausgangsleistung, hier maximal 1,5 Milliwatt)
  5. XV 1 OFS (hier kann ein Wert zur Frequenzkorrektur eingegeben werden, falls der K3 auf 2 Meter nicht auf der korrekten Frequenz arbeitet)

Das wars dann auch schon und der erste Test konnte beginnen.

Als erstes habe ich versucht eine Verbindung auf der OV-Frequenz unseres Ortsverbandes in der Modulationsart FM aufzubauen. Die Frequenz des Ortsverbandes Rheda-Wiedenbrück -OV-N47-  ist 144.725 MHz. Eine Verbindung gelang auf anhieb. Die Rapporte, die ich erhielt waren gut und zeigten mir, dass das Gerät funktioniert.

Der Hauptanwendungsbereich des Transverters wird allerdings nicht im FM Bereich liegen, sondern im SSB Bereich des 2 Meter Bandes – insbesondere in der Teilnahme an 2 Meter Contesten.

Deshalb wurde das Gerät auch anschließend im SSB Bereich getestet und auch dort für gut befunden. Die Modulationsrapporte, die ich dort erhielt, waren sehr gut und für mich mehr als zufriedenstellend.

Der erste richtige große Test wird aber erst in einem Contest stattfinden können, denn erst unter Contestbedingungen werden die Geräte richtig gefordert.

73 de Michael, DL2YMR