Neue Mattscheibe für die Canon A-1

Ich habe es mal wieder geschafft!

Die Mattscheibe der Canon A-1 habe ich kaupttrepariert!

Gelernt habe ich dabei, dass man Mattscheiben nicht einfach so mit den Fingern anfassen sollte.

Aber mal von vorne…

Wie der Leser dieser Zeilen vermutlich weiss, habe ich mir vor ein paar Wochen eine gut erhaltene Canon A-1 zugelegt.

Nachdem ich sie vom Asthma befreit und neue Lichtdichtungen eingesetzt habe, wollte ich den Spiegelkasten und die Mattscheibe reinigen. Es befand sich doch eine ganz gute Anzahl an Staubkörnern darin bzw. darauf.

Also das Objektiv abgeschraubt und die Mattscheibe ausgebaut.

Leider bin ich beim Ausbau mit meinem Fingernagel über die Mattschscheibe gerutscht, was natürlich sofort Kratzer verursacht hat und nach mehreren Reinigungsversuchen hatte ich die Mattscheibe in einem deutlichsten schlimmeren Zustand als vorher.

Die neue Mattscheibe

Ich finde, an solch einer Kamera sollte – wenn man sie schon benutzt – auch alles funktionieren.

Wegen der Mattscheibe war die Freude an der Canon ein wenig getrübt (im wahrsten Sinne des Wortes).

Also musste eine neue Mattscheibe her. Ich hatte keine Lust, jedesmal wenn ich in den Sucher schaue, mich über meine eigene Dusseligkeit zu ärgern.

Mein erster Anlaufpunkt war die Bucht. Neuteile wird es ja vermutlich so nicht mehr geben. Mein erster Gedanke war eine kaputte A-1 zu kaufen, deren Mattscheibe noch ok war.

Nach meiner Recherche in der Bucht stellte ich aber fest, dass man durchaus auch einzelne Mattscheiben kaufen kann. Natürlich zu horrenden Preisen. Ein deutscher Anbieter wollte für eine gebrauchte Mattscheibe 49,- Euro haben. Das war mir ein bisschen zu heftig.

Nach weiterem Suchen entdeckte ich einen englischen Händler, der sogar neue Mattscheiben anbot und das zu einem Bruchteil des Preises von dem deutschen mit seiner gebrauchten Mattscheibe.

Heute war die Mattscheibe im Briefkasten und ich habe sie vorhin in die Kamera „einoperiert“. Tunlichst ohne sie mit den Fingern zu berühren.

Nun steckt sie drin im Sucher und ich habe wieder klare Sicht und auch wieder die uneingeschränkte Freude an dieser tollen Kamera.

Warum fotografierst du eigentlich noch analog auf Film? Digital geht doch viel einfacher und schneller

Die ersten Fotos in meinem Leben habe ich mit einer Agfa Isolette gemacht. Ja tatsächlich, meine ersten Fotos waren Mittelformatbilder.

Diese Kamera besitze ich auch heute noch.
Mein Opa meinte damals, nimm die mal mit in den Urlaub und mach ein paar schöne Fotos. Da war ich 13 Jahre alt und das ist nun schon fast 40 Jahre her.

Ich weiss noch, dass ich so eine Tabelle hatte, mit der ich die Belichtung ermitteln konnte. Die Kamera selber hatte ja keinen Belichtungsmesser und auch die Entfernung musste – mangels Entfernungsmesser – immer geschätzt werden. Das hat auch immer ganz gut geklappt. Man brauchte halt ein wenig Zeit, bis man für das Foto alles so eingestellt hatte wie es musste.

Und genau das ist es, was die analoge Fotografie ausmacht. Man komponiert das Foto länger und intensiver. Man geht viel bedachter an das Foto heran. Man macht sich mehr Gedanken zur Belichtung bzw. Lichtsetzung.

Alles das entschleunigt die Fotografie ungemein. Man kommt ein wenig weg vom schnellen Schießen der Digitalfotografie, wo man von einem Event mal grad 1.000 Fotos schießt. Da kommt es ja auch nicht drauf an. Es sind ja nur Dateien!

Bei der Analaogfotografie ist das anders. Hier sind es eben nicht nur Dateien. Hier ist es Film! Etwas, was ich mit meiner Hand anfassen kann und mit meinen Augen sehen kann. Etwas, was auch – wenn auch nur relativ wenig – Geld kostet. Aber das wirkt bei der analogen Fotografie ganz entscheidend mit.

Ich habe immer das Gefühl, dass die Analogfotografie mehr „handwerklich“ ist. Gerade im Mittelformat gibt es oft keinen Belichtungsmesser in den Kameras. Man ist also darauf angewiesen die Belichtungszeiten auf andere Art und Weise zu ermitteln. Eine Möglichkeit ist ein externer Belichtungsmesser, eine App im iPhone oder einfach schätzen (sunny16).

Ich möchte hier aber keinen falschen Eindruck entstehen lassen, ich bin kein Feind der Digitalfotografie…nein nein, ganz im Gegenteil, ich fotografiere sehr gerne digital.

Das Analoge hat einfach seinen ganz eigenen und besonderen Reiz. Es macht sehr viel Spaß analog unterwegs zu sein. Die alte Kameratechnik, der Film, die Ruhe….

Diese Sparte der Fotografie kann einen Fotografen einen ganzen Schritt weiter nach vorne bringen. Man betrachtet die Fotografie von einer ganz anderen Seite. Ob es eine Schokoladenseite ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist aber, dass es eine große Erfahrung ist.

Die Canon A1 nach der Reparatur

Seit einiger Zeit beschäftige ich mich intensiv mit der analogen Fotografie. Ich habe in den letzten Wochen verschiedene Kameras getestet und sogar auch selber Filme entwickelt.

Zwei Kameras waren dabei, die ich günstig ersteigert habe, bei denen ich aber auch kleinere Reparaturen durchführen musste.

So waren bei meiner Yashica Electro 35 GSN die Lichtdichtungen zu erneuern, sowie ein kleiner Adapter für die Batterie zu besorgen. An dieser Stelle habe ich darüber berichtet.

Die letztens ersteigerte Canon A1 hatte Asthma und musste von diesem geheilt werden. Was das bedeutet und wie man das macht,habe ich hier beschrieben.

Anschließend hat auch sie neue Lichtdichtungen bekommen, was ich hier beschrieben habe.

 

Der Test

Gestern bot sich dann bei bestem Wetter an, die Kamera ausgiebig zu testen. Ich fuhr zum Wasserschloss Tatenhausen und machte dort, mit der Canon und dem 35-70 4.0 bzw. dem 50er 1.4, einen „Film voll“.

Ich testete die Blendenautomatik, die Zeitautomatik und auch den Programmmodus. Das war übrigens die erste Canon, in der alle 3 Modi integriert waren. Alles funktionierte bestens, auch die Objektive geben keinen Anlass zur Kritik.

Nach der Entwicklung des Films war es dann auch klar, dass die Kamera auch (Licht)Dicht ist. Mit der Reparatur hat also alles gut geklappt.

Hier ein paar Bilder von dem Shooting am Schloss.

Der verwendete Film war ein Ilford HP5 plus 400
Belichtet bei 100 ISO (gepullt)
9 Minuten in Rodinal entwickel
Postprocessing in Adobe Lightroom.

Ich bin nun rundum zufrieden mit der Kamera und freue mich auf viele weitere tolle Bilder mit ihr.

Canon A1 Lichtdichtungen tauschen

Seit einigen Tagen bin ich stolzer Besitzer einer Canon A1.

Leider hat sie 2 kleine Fehler, die wohl jede ältere A1 früher oder später ereilen:

  1. hatte sie Spiegelbremsasthma
    wie ich das behoben habe, könnt ihr hier nachlesen
  2. haben sich die Lichtdichtungen in eine schwarze klebrige Masse verwandelt.

Die Lichtdichtungen

Vor kurzem habe ich die Lichtdichtungen an meiner Yashica Electro 35 GSN ausgetauscht und festgestellt, dass das überhaupt kein Problem und auch nicht schwierig ist.

Da die Canon an den Lichtdichtungen auch ein paar Lücken zeigt und sich diese teilweise schon in eine schwarze klebrige Masse verwandelt haben, stand schnell fest, die müssen raus.

Von dem Moosgummi hatte ich für die Yashica Electro 35 GSN eine kleine ca. DIN A3 große 2 mm starke Platte gekauft für ein Euro sechzig oder so. Damit komme ich wohl mein ganzes Leben aus. Material für die Lichtdichtungen war also vorhanden.

Ich machte mich dann direkt daran, die alten Dichtungen zu entfernen. Hierzu benötigt man Isopropanol, Wattestäbchen, Zahnstocher und vielleicht noch ein scharfes Skalpell.

Zuerst habe ich den Verschlußvorhang mit etwas Klebeband gegen dies klebrige Zeug geschützt. Falls mal was in die Richtung fällt, kann es nicht gleich den Vorhang verkleben.

Mit den Zahnstochern habe ich dann alles entfernt, was sich so ohne Probleme lösen ließ.

Anschließend mit Isopropanol, welches die alten Dichtungen ganz gut löst, die kleinen Schlitze gereinigt und mit den Wattestäbchen sauber geputzt.

Die Abdichtungen an der rechten Seite der Kamera, wo das Scharnier für die Rückwand ist, sind zwei etwas größere Lichtpads. Diese konnte ich ganz gut mit dem Skalpell und anschließender Isopropanolwattestäbchenbehandlung entfernen.

Hier sieht man den Vergleich zwischen den alten Dichtungen und den neuen Moosgummidichtungen:

So, und jetzt ist das Schätzchen wieder topfit und bereit für viele viele Shootings.

Und hier noch ein Bild vom Rest der alten Lichtdichtungen: