Hamradio 2016

Die Anreise

Ende Juni zieht es uns für gewöhnlich nach Friedrichshafen an den Bodensee zur Hamradio, Europas größter Amateurfunkmesse.

So auch in diesem Jahr.

Der Weg zur Hamradio

Die 650 km sind zwar immer ganz schön weit, aber mit meinen beiden Beifahrern Norbert, DL1YDW und Roger, DL2YDP, ist es, durch die angeregten Unterhaltungen während der Fahrt, immer sehr kurzweilig.

Unser Hotel, welches wir schon seit Jahren buchen, wurde im letzen Jahr dem Erdboden gleich gemacht. Angedeutet wurde das ja schon seit mehreren Jahren und nun haben sie es tatsächlich getan.

Ein wenig ärgerlich ist, dass auch der Grieche, der sich in dem Gebäude befand, nun auch nicht mehr da ist.

Hotel Schöllhorn

Es war Usus, am ersten Tag immer bei diesem Griechen Essen zu fassen. Gott sei Dank gibt es aber jede Menge Alternativen. So z.B. das Steakhouse Tiffany, war jetzt nicht die schlechteste.

Steak bei Tiffany

Ein anderes Hotel hatten wir schon im letzen Jahr gebucht. Wenn es uns weiterhin haben möchte, könnten wir dort die nächsten 10 oder 20 Jahre übernachten. Naja mal sehen wie lange es durchhält, das neueste ist es nämlich auch nicht, dafür aber gemütlich und insgesamt sehr gut.

Zum Essen trafen wir uns mit Christian, DK5CM, dessen Teleobjektiv für die E-M1 ich am Abend noch testen durfte.

Christian hat übrigens einen schönen Film auf der Hamradio gedreht.

Hier sind ein paar Testshoots, die ich mit dem Objektiv vom Christian gemacht habe.

 

Am Ende des Tages wurde noch ein wenig geklönt und wir freuten uns auf den nächsten Tag und auf die Hamradio.

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Die Hamradio

Am nächsten morgen ging es, wie üblich, zur Bushaltestelle am Bahnhof um mit dem Messebus zum Messegelände zu fahren.

Bahnhof

Messebus

Als erstes bin ich in diesem Jahr zum Stand der ARRL gegangen, um DXCC Entities eintragen zu lassen. Diese hatte ich bisher lediglich per QSL-Karte und noch nicht per LOTW bestätigt. Das waren 17 Länder. Wichtig ist das für den Länderstand meines DXCCs.

DL2YMR beim Karten auswerten

Ansonsten war die Hamradio wie immer. Flohmarkt mal wieder etwas kleiner (mein Eindruck) und die Halle der Kommerziellen wie immer. Klar gab es wieder einige Neuigkeiten, wie z. B. den KX2 von Elecraft.

Darüber wird aber wohl noch reichlich berichtet werden, das brauche ich hier nich auch noch machen.

Bilder von der Hamradio

Abends an der Promenade

Das Wetter war die ganze Zeit über gut. Am Freitag war es sehr heiss, und so kam es abends zu einem leichten Gewitter am Bodensee. Das war interessant und brachte fotografisch ein paar gute Bilder ein.

 

Hamradio und Maker Faire

Am Samstag ging es wieder auf die Messe und die gleichzeitig stattfindende Maker Faire. Interessant und sehr gut war der Vortrag von DK7ZB zu Märchen und Fakten aus dem Antennenwald. Ein Foto in der Galerie ist auch von unserem kleinen Twittertreffen auf der Ham.

Am Sonntag ging es dann schon wieder auf die Rückreise. Also die 650 km wieder abspulen, nur in der anderen Richtung.

Fazit: War wieder ne gute Ham. Hat sehr viel Spaß gemacht und wir freuen uns wieder auf das nächste Jahr in Friedrichshafen.

Merkurtransit 09.05.2016 fotografiert mit der Olympus OM-D E-M1

Merkurtransit

Heute zog von 13:02 bis 20:40 der Merkur vor der Sonne her.

Merkurtransit

Von Mitteleuropa war das Schauspiel gut zu fotografieren. Mit bloßem Auge (Vorsicht Verletzungsgefahr -> nur mit entsprechenden Filtern direkt in die Sonne sehen. Niemals ohne!!!) war das Schauspiel nicht zu erkennen.

Der Merkur ist dafür viel zu klein mit seinen 4.880 km Durchmesser.

Normalerweise benötigt man dafür mindestens ein Amateurteleskop.

Es geht aber auch anders:

Für meine Olympus OM-D E-M1 besitze ich ein Objektiv mit der Brennweite von 75-300 mm. Bei Micro Four Thirds ist durch den kleineren Sensor der Bildausschnitt anders und er entspricht bei diesem Objektiv einer maximalen Brennweite von 600mm äquivalent zum Vollformatsensor. Das ist ma gar nicht schlecht, und sollte zum fotografieren von Merkur eigentlich reichen.

Zum Fokussieren verwendete ich die Hyperfokaldistanz, weil ein Fokussieren direkt auf die Sonne nicht funktioniert. Die Hyperfokaldistianz ist die Entfernung, auf die man fokussiert, um von der fokussierten Stelle bis unendlich alles scharf im Bild zu haben. Hierfür gibt es Tabellen oder auch Apps, die dabei gut unterstützen können. Ich nutze für solche Berechnungen gern Photopills auf meinem iPhone.

Ich wollte mit Blende 16 und einer Brennweite von 300 (600) mm fotografieren. Ich suchte mir die richtige Entfernungseinstellung aus der Tabelle von Photopills.

hyperfokaldistanz

Dann suchte ich mir ein Objekt, was ca. 400 Meter entfernt war und fokussierte darauf. Mit dieser Einstellung sollte auch die Sonne in der Aufnahme scharf abgebildet werden.

Ein Vorteil der Oly seit dem letztem Firmwareupdate ist die Möglichkeit, mit dem elektronischen Verschluss bis zu 1/16.000 Sekunde belichten zu können. Das ist schon extrem kurz und dennoch reichte das trotz Blende 16 bei ISO 200 keineswegs zum fotografieren des Merkurs vor der strahlenden Sonne.

Ich setzte deswegen noch einen ND (Neutraldichte) Filter mit einer Stärke von 2,7, das entspricht ungefähr 9 Blendenstufen, vor das Objektiv.

Nun die Kamera Richtung Sonne. Das Bild war dann relativ schnell im Kasten, nur sehen konnte man Merkur immer noch nicht – alles viel zu hell.

Ich musste in der Bildbearbeitung die Helligkeit weiter reduzieren um Merkur endlich sehen zu können. Aber es hat sich gelohnt! man sieht auf dem Bild den kleinen Merkur vor der großen Sonne und im oberen Bereich der Sonne auch noch einen ausgeprägten Sonnenfleck.

MerkurTransit 2016

 

Yanosch

Yongnuo YN568 EX II geblitzdingst

Eigentlich habe ich ja Blitze reichlich und genug. Aber wie das im Leben so ist, wird man immer wieder von irgendwelchen Dingen „angeflasht“, die man dann unbedingt haben muss. G.A.S. lässt grüßen.

Wer nicht weiß, was G.A.S. ist, der sollte sich mal den ganz hervorragenden Blogbeitrag von Thomas Mauch durchlesen.

Aber nun zum eigentlichen Thema, dem Yongnuo YN568 EX II.

Yongnuo 568 EX II

Seit einiger Zeit besitze ich die TTL Trigger YN622 auch von Yongnuo. Leider lassen sich ältere Canon Blitze damit zwar auslösen (nur im manuellen Modus, TTL geht nicht), aber nicht von der Kamera aus programmieren. Das geht nur mit den neueren Blitzen der 2. Generation – also z.B. 430 EX II oder 580 EX II usw.

Dass die TTL Steuerung bei den alten Blitzen nicht funktioniert, ist nicht so tragisch, weil ich mit den Blitzen eh überwiegend manuell arbeite. Aber es wäre schon ganz hübsch, wenn man die Blitze von der Kamera aus einstellen könnte.

In meiner Grabbelkiste fand sich leider nur einen Blitz mit dem das funktioniert, nämlich den Canon 430 EX II. Ich zog daher in Erwägung mir einen 2. 430 EX II oder einen 580 EX II zuzulegen.

Nach der Recherche auf den verschiedenen Anbieterplattformen des Gebrauchtmarktes stellte ich fest, dass der Preis für so einen alten EX II noch ganz schön hoch ist. Für den 430er zahlt man gebraucht zwischen 120,- und 150,- Euronen.

Und dann sah ich diesen genialen Yongnuo YN568 EX II. Er hat er alle Funktionen, die ich bei meiner Arbeit mit dem Blitz nutze bzw. brauche. Er ist genau so zu bedienen wie die Canon Blitze. Für mich alten Mann ist das ein klarer Vorteil: Da brauch ich nicht wieder umlernen 🙂

Kurzer Hand habe ich mir im Netz der Netze einen 568er bestellt und zwar für „unter“ 100,- Euro.

Nach den ersten Tests bin ich sehr mit dem Blitz zufrieden. Die Haptik ist gut und die Leistung des Blitzes auch. Ich habe bei einem Test mit einem Belichtungsmesser von Gossen die Blitzleistung des Yongnuos mit dem Canon 580 EX verglichen. Das Ergebnis: Beide Blitze haben, zumindest hier bei mir im Testaufbau, die exakt gleiche Blitzleistung.

Mein Vorteil ist, dass ich jetzt zwei Blitze in einem Lichtsetup von der Kamera aus regeln kann. Das ist sehr komfortabel und macht Spaß. Ein weiterer Vorteil ist es, falls mal nötig, dass ich jetzt auch entfesselt eTTL blitzen kann.

Von mir gibt es für den Blitz eine klare Kaufempfehlung!

Hier noch ein Shot aus dem Testshooting mit einem Yongnuo und einem Canon Blitz. Der Yongnuo war dabei das Hauptlicht von vorne links. Der Canon hat ein wenig von hinten aufgehellt.

Yanosch

 

Verschlusszeiten der Yashica MAT 124G messen

Wie schon hier berichtet, bin ich seit kurzem stolzer Besitzer einer Yashica MAT 124 G.

Yashica MAT

Leider habe ich immer noch kein Foto mit der Yashica machen können. Ich möchte die ersten Bilder gerne draußen schießen, doch leider macht mir der Wetterfrosch derzeit einen Strich durch die Rechnung. Hier herrscht im Moment einfach nur Dauerregen. Aber vielleicht wird es am Wochenende besser, dann ist auch wieder etwas mehr Zeit als unter der Woche.

Im Moment erwische ich mich ständig dabei, wie ich die Yashica in die Hand nehme und daran „rumspiele“. Ist ja auch kein Wunder, denn dieses fast 50 Jahre alte Meisterstück der Technik fasziniert und fesselt mich dermaßen, dass ich gar nicht anders kann.

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Da ich noch keine Aufnahme machen konnte, frage ich mich, ob der Verschluss tatsächlich mit den Zeiten arbeitet, die auf der Kamera vorgegeben sind.

Aber wie soll man das machen? Ich müsste ja Verschlusszeiten von 1er Sekunde bis zu 1/500 Sekunde messen. Die eine Sekunde könnte man vielleicht noch mitstoppen, aber ich glaube auch, dass selbst das nicht besonders genau wäre.

Zwei Möglichkeiten würden sich für eine derartige Messung anbieten. Eine optische und eine akustische Messung. Das heisst, entweder bei geöffnetem Rückdeckel in die Kamera reinfilmen und den Auslöser betätigen und im Film nachher in einer Software messen, wie lang die Zeit war, in der der Verschluss geöffnet war.

Leider habe ich keine Hochgeschwindigkeitskamera mit der ich das messen könnte. Naja mein Smartphone kann – glaub ich – 240 Bilder pro Sekunde. Eine 1/250 sek könnte ich damit aber schon nicht mehr messen.

Also wählte ich die andere, die akustische Lösung. Und siehe da, dafür gibt es sogar Apps. Im App Store fand ich die App Shutter-Speed. Diese ist in der Lage akustisch den Verschluss zu messen. Sie kann optional mit einem kleinen Fototransistor auch optisch messen, aber aus Ermangelung dieses kleinen Dongels wählte ich die akustische Variante.

Ich wählte an der Kamera die Verschlusszeit vor, startete die App und löste an der Kamera aus.

Das Ergebnis sind zwei Peaks auf einer Zeitgeraden. Durch zwei Messpunkte, die man mit den Peaks deckungsgleich bringen kann, kann man die Verschlusszeit ablesen.

SchutterSpeed1

 

SchutterSpeed2

So bin ich dann alles Verschlusszeiten durchgegangen und habe festgestellt, dass der Verschluss tadellos arbeitet. Die Zeiten von 1 sec bis 1/15 sec zeigen leichte Abweichungen von ca. 1/3 Blenden. 1/30 bis 1/125 passen sehr genau und die Zeiten von 1/250 und 1/500 lassen sich nicht genau messen, weil der Verschluss keine eindeutigen Peaks mehr zeigt. Rein Gehörmässig ist das aber alles ok.

Der Selbstauslöser hat eine Vorlaufzeit von ca. 9 Sekunden.

Mit den Ergebnissen bin ich best zufrieden.

Schon erstaunlich mit welcher Präzision so eine Kamera auch nach 50 Jahren noch arbeitet.