FT4TA Tromelin für mich fast nicht erreichbar

Ich hatte mich schon etwas länger auf die DXPedition vom 30.10. bis 10.11.2014 von französischen Funkamateuren nach Tromelin gefreut.

Tromelin

Tromelin ist laut Wikipedia:

„eine 0,8 km² große tropische Insel, östlich von Madagaskar im Indischen Ozean gelegen.“

Eine Insel, die das letze mal im Jahre 2000 von FR/F6KDF/T aktiviert wurde.

Sie nahm in der Most Wanted Liste von Clublog den Platz 8 in der Welt ein. Entsprechend hoch war der Andrang auf den DX-Frequenzen.

Die Pileups waren wie eine Wand aus Funksignalen durch die man erst mal dringen musste.

Eine Aufzeichnung mit meinem P3:

FT4TA

 

Auf diesem Foto geht das ja alles noch, teilweise waren die Pileups allerdings mehr als 30 kHz breit. Sie nahmen manchmal fast das gesamte 30 Meter Band ein. Diese breiten Pileups sind meiner Meinung nach der Betriebstechnik der Funkamateure auf Tromelin geschuldet.

Bei allem Respekt, ich finde es ja toll, dass solche DXPeditionen stattfinden und ich weiss auch, dass das alles viel Engagement und Geld kostet. Ich bin aber auch der Meinung, dass zum Abarbeiten solcher Pileups eine ganze Menge an Skills bei den OPs vorhanden sein müssen. Da kann man sich nicht einfach hinsetzen und „mal machen“. Da gehört ne Menge Training und auch Erfahrung dazu. In wie weit das bei den OPs auf Tromelin vorhanden war, weiss ich nicht und ich möchte das hier auch nicht beurteilen. Mir ist aber aufgefallen, dass die Pileups teilweise nicht in einer Richtung abgearbeitet wurden, sondern das manchmal gesprungen wurde. Bei solch einer Vorgehensweise ist es kaum möglich mit einer Strategie das DX zu erwischen. Hier entscheidet Leistung und Glück.

Ich verweise in diesem Zusammenhang auf meinen Beitrag zum „Asozialen Verhalten auf DX Frequenzen“

Was aber noch viel schlimmer war, waren die so genannten Frequenzplizisten (mal wieder). Unglaublich was da auf der DX Frequenz teilweise abging. Es wurde permanent auf der DX Frequenz dazwischengerufen. Vor allen Dingen immer dieses typische: Split up, Idiot, Listen, usw. Schnell schaukelt sich das auf der DX QRG hoch und weil einmal einer versehentlich sein Call auf der QRG gegeben hat ist sie 5 Minuten nicht zu benutzen. Ich möchte hier nichts unterstellen, aber den Sprachen nach zu urteilen waren es vor allem OMs aus Europa, die dieses Verhalten zeigten. Natürlich waren auch wieder die Permanentstörer an ihrer Station, die mit sehr lauten Signalen DauerCQ auf der DX Frequenz riefen und vielen Funkamateuren die QSOs kaputt gemacht haben.

Da ich mit dem Panoramaempfänger das Pileup immer sehr gut beobachten konnte, sah man auch, dass wenn DX ein Call aufrief mindestens 10 bis 20 Stationen zurückkamen. Scheinbar hatten die alle das gleiche Rufzeichen. Ich hörte sogar jemanden der permanent sein Call und anschließend 599 sendete. Ich glaub, der hat das den ganzen Tag gemacht und abends auf Clublog nachgesehen, ob er geloggt wurde.

Ich bin ja nun kein „Big Gun“ und habe mit meinen bescheidenen Antennen kaum eine Chance gehabt FT4TA z u arbeiten. Glücklicherweise ist es mir am letzten Tag dann doch noch geglückt. Darüber bin ich sehr froh, aber ein Frequenzdesaster  wie diesmal habe ich bisher noch nicht erlebt, und ich schäme mich sogar ein wenig für das Verhalten europäischer Funkamateure.

Ich freue mich schon heute auf eine DXPedition, die von KP1 QRV sein wird, der derzeitigen Nummer 1 der Most Wanted. Wahrscheinlich wird dann alles – durch meinen Beitrag hier auf dem Blog – viel besser 🙂

 

FT4TA DL2YMR

 

3 Kommentare
  1. Jo
    Jo says:

    Bei mir lief es ähnlich, allerdings hatte ich das Glück, die Jungs bereits am Tag 3 auf 10m zu erwischen. Für mich war’s ein neues Land und entsprechend groß war die Freude… Allerdings haben mich die von Dir beschriebenen „Zustände“ dann von weiteren CW-Slots (andere sammel ich eh nicht) abgehalten, irgendwann ist dann auch mal die Grenze des guten Geschmacks überschritten … Gegen Ende der Dxpedition hab ich dann nochmals nachgesehen und schnell festgestellt, dass der Wahnsinn immer noch am Laufen ist.
    Was den Betrieb der dortigen ops betrifft so denke ich, dass sie auch sehr unter dem enormen Andrang gelitten haben. Ich bin ja nun schon mehrmals am nachgefragten Ende des Pileups gesessen, wenngleich auch „nur“ in Ländern, die im hohen 2stelligen Bereich der Most-wanted-Listen zu finden waren. Manchmal bleibt einem einfach nichts anderes mehr übrig als hin- und herzuspringen um die Meute abzuhängen und zumindet 3-4 Verbindungen ohne komplettes Chaos ins Log zu bringen. Bin sehr gespannt wie sich das bei navassa darstellen wird, ich vermute mal die werden das Chaos noch toppen können…

    73, Jo
    dj3cq

  2. Michael
    Michael says:

    Hallo Jo,

    ich befürchte das für Navassa auch. Ich freue mich sehr auf diese DXPedition und sie liegt „Ausbreitungstechnisch“ günstiger zu mir als FT4. Wenn es zu kritisch wird, muss man einfach weiterdrehen und später wieder versuchen. Mit FT4 hatte ich echtes Glück. Mal sehen, wie es dann mit Navassa wird.

    Diese „Zustände“ auf den Bändern kann man im Moment wieder bei VU4KA erleben, wenn auch nur in einem kleineren Umfang. Ich habe es vorhin auf 40 Meter versucht, aber da herrscht die typische Chaotik as ususal.

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Es kommt immer wieder vor, dass bestimmte Stationen auf Band sehr begehrt sind. Manchmal sind dies Sonderrufzeichen, manchmal bestimmte Inseln (IOTA) und manchmal auch besonders seltene DXCCs, wie z. B. vor kurzem die DXPedition zu Tromelin FT4TA. […]

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.