SDR Software Defined Radio

Amteurfunk das ist doch alter Kram. Langweilig, das ist doch nicht mehr „up to date“. Solche Aussagen oder Ähnliches hat wohl jeder Funkamateur schon gehört.

Das ist bei Weitem nicht so. Es gibt topaktuelle Entwicklungen im Amateurfunkbereich, wo auch Funkamateure heute noch forschen und entwickeln.

Ein Beispiel dafür sind die software definierten Radios.

Ein sotware definiertes Radio wandelt die analogen Hochfrequenzsignale in digitale Signale, die vom PC verarbeitet werden können, um. Wikipedia schreibt dazu:

„Mit dem Begriff Software defined radio (SDR) beschreibt man das Bestreben, möglichst die gesamte Signalverarbeitung eines Hochfrequenz-Senders oder -Empfängers mit Hilfe anpassbarer Hardware in Software abzubilden.“

Das heisst , dass die Hochfrequenz im Optimalfall direkt nach der Antenne digital abgestastet und anschließend digital weiterverarbeitet wird. Diese digitale weiterverarbeitung wird in der Regel mit dem PC vorgenommen. Hierfür gibt es entsprechende Software wie z. B. PowerSDR.

An der Abbildung erkennt man auch schon einen großen Vorteil der Digitalisierung: Die Daten lassen sich visuell darstellen. Dass heisst, man kann die Hochfrequenzsignale „sehen“ und dementsprechend beurteilen. Das SDR Radio kann also auch als Messgerät bzw. Spectrum Analyzer verwendet werden.

Die nächste Abbildung von einem SSB Signal im 80 Meter Band macht dies noch deutlicher:

Ein weiterer Vorteil ist die Flankensteilheit der Filter. Man kann die Filter quasi stufenlos einstellen und sie sich mit der Maus passend ziehen. Ob man nun ein Filter mit einer Bandbreite von 10 kHz oder eins mit einer Bandbreite von 200 Hz benötigt spielt dabei keine Rolle. Man kann jede beliebige Filterbandbreite einstellen. Darüber hinaus kann man jede Modulationsart demodulieren. Sofern die Software das hergibt kann man CW, SSB, AM, FM, RTTY, PSK31 usw. usw. usw. dekodiereen. Alles nur eine Frage der Software. Auch DRM (Digital Radio Mondiale) lässt sich ganz einfach dekodieren.

Mit Hilfe einer Audioschnittstelle in Form eines „virtuellen Audio Cable“ kann man den Audiostream zu jeder beliebigen Software weiterleiten. Z. B. nach Ham Radio Deluxe um PSK31 zu dekodieren.

Ich benutze den Perseus gerne um das 10 Meter Band auf eventuelle Öffnungen zu beobachten. Die Bandbreite von 1,6 MMz des Perseus gibt mir die Möglichkeit dazu.

Dieser Screenshot ist während des Schreibens dieser Zeilen entstanden und zeigt die italienische Funkbake IZ8DXB/B in JN70LH mit einer Empfangsfeldstärke von -107 dbm also gut S3 auf 28.244 kHz. Eine Öffnung Richtung Italien (Sizilien).

Auch als Monitor für das Internationale Bakenprojekt der IARU eignet sich ein SDR hervorragend.

Für den Einstieg in die digitale Welt des „Radiohörens“ muss man nicht gleich 1.000,- Euro ausgeben. Es gibt von der Zeitschrift Funkamateur sehr günstige Einstiegsbausätze, mit denen man schon einiges in Sachen SDR Radio ausprobieren kann. Das ist aber lange nicht alles, es gibt noch weitere Anbieter, die eine günstige Möglichkeit bieten in die SDR Welt einzusteigen.

Ein interessantes Projekt der DL-QRP-AG ist das Projekt Fernempfangsradio Harzburg es beschäftigt sich ebenfalls mit dem Thema SDR und ist sehr empfehlenswert.

1 Antwort

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  1. […] programmierbarer Digitalempfaenger (z.B. ein USB-Empfangsdongle) reicht, um in Verbindung mit hochwertiger Software, die ihn steuert, beachtliche Empfansresultate in naehzu allen gaengigen Frequenzbereichen zu […]

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